Physikalische Therapie

Zum Begriff physikalische Therapie werden alle Behandlungen gezählt, die auf physikalischen Methoden basieren und natürliche Reaktionen auf äußere Reizsetzungen nutzen.

 

Hierzu gehört der Einsatz von Massagen, Extensionen, Bewegungsübungen sowie Wärme, Kälte, Wasseranwendungen und Elektrotherapie. Solche werden in erster Linie bei Schmerzen und Funktionseinschränkungen im Bereich des Bewegungssystems angewandt.

 

Insbesondere in der wie Orthopädie und Unfallchirurgie sowie in der Rheumatologie werden häufig Behandlungsmaßnahmen der Physikalischen Therapie eingesetzt.

 

In der Regel werden die Therapiemaßnahmen nach ärztlicher Verordnung durchgeführt.

Wärmetherapie:  Fango, Moor

Als Warmpackung angewendet fördert die Naturmoorpackung die Durchblutung, trägt zur Muskelentspannung bei und hat eine stoffwechselsteigernde sowie schmerzlindernde Wirkung. Es dringt über mehrere Muskelschichten in die Tiefe ein und wirkt bis zu vier Stunden nach.

 

Ideale Anwendungsgebiete sind Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, Ischiasbeschwerden, Neuralgien, Rheuma sowie Atemwegsbeschwerden.

 

In der Nachruhephase einer Massage oder Körpertherapie optimiert es außerdem die vorangegangene Behandlung und sorgt für eine gute Verarbeitung der gesetzten „Reize“.

Kältetherapie: Eis

Als Kältetherapie bezeichnet man den gezielten Einsatz von Kälte, um einen therapeutischen Effekt zu bewirken. Hierbei wird zwischen langzeitigen Eisanwendung, die primär detonisierend (Muskelspannung senkend) wirken und dem sog. Kurzzeiteis, das aktivierend und durchblutungsfördernd wirkt, unterschieden.

 

Diese lokale Kälteanwendung mittels Eis oder Cool-Pack dient zur Abschwellung, Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.

Extensionsbehandlung

Bei der Extensionstherapie, die zuweilen auch als Traktion bezeichnet wird, versteht man eine Behandlung von Armen, Beinen und der Wirbelsäule mittels genau abgestimmter Zugkraft. Hierzu werden Geräte oder Grifftechniken eingesetzt.

 

Ziel ist es, das betroffene Gelenk, die Bandscheiben oder komprimierte Nervenwurzeln zu entlasten.

Bewegungsübungen

Eine Schonung, verbunden mit geringer aktiver Bewegung führt zur Verkürzung von Muskelzügen und periartikulären Weichteilen, dadurch zu verstärkter Bewegungseinschränkung und schließlich auch zu degenerativen Veränderungen am Gelenkknorpel.


Diesem Kreislauf können passive und aktive Bewegungsübungen entgegenwirken. Zu den passiven Bewegungsübungen gehören assistiv durchgeführte Gelenk- und Extremitätenbewegungen ohne Eigenaktivität der Patientenmuskulatur. Ziel eines Aktivprogrammes besteht in einer Kräftigung der Muskulatur und zusätzlich Steigerung der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit.

 

Die Übungsbehandlung als gezielte und kontrollierte Maßnahme dient der Dehnung verkürzter Muskel- und Sehnenstrukturen sowie Kräftigung der Muskulatur bei krankhafter Muskelschwäche und -dysbalance sowie der Funktionsverbesserung funktionsgestörter Gelenke.

 

Anmerkung:

Bewegungsübungen ersetzen keine Physiotherapie bzw. Krankengymnastik.

Ultraschalltherapie

Die Ultraschalltherapie ist ein medizinisches Verfahren zur Beschleunigung und Unterstützung von Selbstheilungsprozessen.


Zur Behandlung wird ein Schallkopf gleichmäßig über die mit Kontaktgel bedeckte, erkrankte Stelle geführt. Durch das gezielte Eindringen von Schallwellen in die tiefen Gewebeschichten entsteht dort eine regionalen Mikromassage und  Durchblutungssteigerung, wodurch der Stoffwechsel angeregt, Schmerzen gelindert und die Heilung gefördert wird.

 

Typische Indikationen sind Myalgien, chronische Muskel- oder Sehnenschmerzen, Arthrose, Narben-/ Gewebsverklebungen und rheumatische Erkrankungen.